Rechtsanwälte Kempten

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Der Rücktritt bei der Ebay-Auktion

Die ins Internet gestellte Offerte ist eine auf den Abschluss eines Kaufvertrags gerichtete Willenserklärung. Es handelt sich dabei um eine vorweg erklärte Annahme des Höchstgebots.

Damit kommt ein bindender Vertrag auf der Basis des zuletzt abgegebenen Gebots zustande.

Im Wesentlichen wird sich der Anbieter nur auf eine Unverschuldete Unmöglichkeit der Leistung oder auf ein sittenwidriges Verhalten des Bieters berufen können.

Ist der gekaufte Gegenstand nicht mehr verfügbar, wird der Anbieter Schadenersatz zu leisten haben.

Ein Rücktritt kann allenfalls erfolgen, wenn eine unverschuldete Unmöglichkeit der Leistung eintritt oder wenn das Geschäft sittenwidrig ist

Für die Annahme der Sittenwidrigkeit eines Rechtsgeschäftes reicht aber allein das Bestehen eines besonders krassen Missverhältnisses zwischen Preis und Leistung nicht aus. Hier müssen weitere sittenwidrige Umstände hinzukommen, wie etwa eine verwerfliche Gesinnung auf Seiten des Bieters, der als der wirtschaftlich oder intellektuell Überlegene die schwächere Lage des anderen Teils bewusst zu seinem Vorteil ausgenutzt hat.

Beispiel: Das bewusste Ausnutzen eines Schreibfehlers.

Der Sachverhalt ist in der Regel so komplex, dass ein kompetenter Rat  möglichst vor Abbruch der Auktion eingeholt werden sollte.

 

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